
Tomate (Solanum lycopersicum)
Inhaltsverzeichnis
Vorziehen
Mit der Anzucht auf der Fensterbank sollte man Anfang/Mitte März beginnen. Hierzu verwendet man am besten eine Aussaatschale mit transparentem Deckel und befüllt diese mit Anzuchterde aus dem Fachhandel.
Da die Samen zum Keimen kein Licht brauchen, sollten sie nach der Aussaat etwa fünf Millimeter hoch mit Erde bedeckt, gründlich angoßen sein und gleichmäßig feucht gehalten werden. Die Abdeckhaube sollte jeden Tag kurz geöffnet werden, damit ein Luftaustausch stattfinden kann. Bei einer Keimtemperatur von 18 bis 25 °C dauert es etwa zehn Tage, bis die ersten Keimblätter zu sehen sind.
Sobald sich die ersten richtigen Tomatenblätter gebildet haben, müssen die Jungpflanzen pikiert werden. Dafür verwendet man einen speziellen Pikierstab oder einfach den Griff eines Bestecklöffels. Heben Sie damit das Wurzelwerk vorsichtig an und setzen Sie die Tomatenpflanze anschließend in einen Neuner-Topf (Durchmesser neun Zentimeter) mit normaler Blumenerde. Wenn Sie die Tomaten in Multitopfplatten ausgesät haben, setzen Sie sie einfach mitsamt ihrer Wurzelballen in größere Töpfe um.
Die Tomatenpflanzen werden zunächst auf der Fensterbank oder im Gewächshaus weiterkultiviert, bis sie etwa 30 Zentimeter Höhe erreicht haben. Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) können Sie die Jungpflanzen ins Gartenbeet setzen. Tomatenpflanzen sind allerdings gesünder und bringen auch mehr Ertrag, wenn man sie im Gewächshaus hält.
Befruchtung
Ungünstige Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte führen dazu, dass eine Befruchtung bei Tomaten unterbleibt.
So hemmen Temperaturen über 30 °C die Keimung des Pollens. Dies kann an sehr sonnigen Standorten und in Kleingewächshäusern mit kleinem Luftraum und/oder schlechten Lüftungsmöglichkeiten der Fall sein.
Eine zu hohe relative Luftfeuchtigkeit von über 90% führen zum Verkleben des Pollens und verhindert eine Übertragung auf die Narbe. Unter 60% relative Luftfeuchtigkeit trocknet die Narbe ein, wodurch ebenfalls keine Befruchtung möglich ist. Die Selbstbefruchtung findet nur dann statt, wenn sie bei Luftbewegung oder Rütteln an der Pflanze der Pollen löst und auf die Narbe gelangt.
Bewässerung
Damit Tomaten sich gut entwickeln können, muss die Pflanze mit einer gleichmäßigen und reichlichen Wasserzufuhr versorgt werden. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist dabei zu vermeiden.
Die Schwierigkeit besteht darin, den Boden feucht zu halten und die Verdunstung möglichst zu reduzieren. Organische Materialien wie z.B. Stroh können als Bodenbedeckung das Wasser im Boden halten. Beim Zuführen des täglichen Wasserbedarfs von durchschnittlich 4 l/m² sollte man außerdem darauf achten, dass die Pflanze möglichst wenig benetzt wird, um hohe Luftfeuchtigkeit und damit Krankheitsbefall zu vermeiden.
An warmen Sommertagen haben Tomaten einen Wasserbedarf von 1,5 bis 2,5 Liter je m². Bei kühler, feuchter Witterung sollten die Wassergaben reduziert oder zeitweise eingestellt werden.
Zu starke Schwankungen in der Wasserversorgung können zum Aufplatzen der Früchte führen. Ursache ist ein zu hoher Wasserdruck in der Pflanze, insbesondere bei plötzlich sinkenden Temperaturen oder nach dem Entspitzen der Pflanzen.
Düngung
Tomaten erhalten ihre erste Düngergabe in der Regel rund eine Woche nach dem Auspflanzen. Als starkzehrende Kultur benötigen sie während der gesamten Wachstumsphase eine kontinuierliche Nährstoffversorgung, wobei sich eine wöchentliche Düngung mit Flüssigdünger bewährt hat.
Nicht mehr genutzte Beete sollten mit Gründüngung bepflanzt werden. Pflanzen wie Buchweizen oder Phacelia verbessern den Humusgehalt, fördern das Bodenleben und stabilisieren die Krümelstruktur. Tagetes (Studentenblumen) tragen zusätzlich zur Reduzierung von Nematoden (Fadenwürmer) bei und verbessern dadurch so die Bodengesundheit.
Schneiden und Ausgeizen
Bei Tomaten werden regelmäßig die Seitentriebe (Geiztriebe) entfernt, um die Pflanze auf Fruchtbildung zu konzentrieren.
Diese Geiztriebe können als Kaltauszug angesetzt werden und so zur Bekämpfung von Erdflöhen, Kohlfliegen und Kohlweißlinge eingesetzt werden. Hierzu werden 2 Hände voll gut zerkleinerte Tomatenblätter in 2 Litern kalten Wasser 2 bis 3 Stunden angesetzt und die befallenen Pflanzen damit begossen.
Anfang August werden zusätzlich die Spitzen der Haupttriebe abgeschnitten, da später entstehende Fruchtstände nicht mehr ausreifen würden. Über dem letzten gut entwickelten Blütenstand bleibt ein Blatt stehen. Neu auftretende Nebentriebe sollten auch im August konsequent entfernt werden.
Bei Buschtomaten werden nicht fruchtende Triebe vollständig entfernt, fruchttragende Triebe nach dem Blütenstand gekürzt.
Ernte
Der richtige Erntezeitpunkt lässt sich an verschiedenen Äußerlichkeiten: Tomaten färben sich sortentypisch aus.
Grundsätzlich sollten Gemüsepflanzen am Nachmittag geerntet werden, da dann der Vitamin- und Aromagehalt am intensivsten ist.
Krankheiten und Schädlinge
Grauschimmel
Im Kleingewächshaus werden gesunde Tomatenbestände bis Ende des Monats kultiviert. Dies erfolgt meist ohne Heizung und hat zur Folge, dass es nachts bedingt durch niedrige Temperaturen zur Tau- und Tropfenbildung kommt und die Pflanzen morgens im meist geschlossenen Haus nass sind.
In diesem Zustand ist die Gefahr eines Befalls von Stängeln, Blättern und Früchten mit Grauschimmel hoch. Temperaturen zwischen 17 und 23 °C und Blattfeuchte oder -nässe begünstigen die Infektion. Der Pilz besiedelt zuerst abgestorbenes, dann gesundes Pflanzengewebe. Es entstehen an Stängel und Blättern unterschiedlich große, graugrüne Flecken, die sich langsam ausbreiten und mit einem mausgrauen Sporenrasen überziehen. Das Gewebe stirbt dann nach und nach ab. Auf den Früchten entstehen helle Ringe mit punktförmigem Zentrum. Mit mehreren Maßnahmen lässt sich Grauschimmel-Befall vermindern bzw. verhindern.
Vorbeugende Maßnahmen sind:
- Abgestorbene Pflanzenteile laufend und konsequent entfernen
- Auslichten dichter Bestände von unten her
- Morgens bewässern, damit der Boden und die unteren Pflanzenteile bis zum Abend wieder abgetrocknet sind
- Leichtes Lüften bei Nacht, in jedem Fall aber bei Sonnenaufgang, lässt die Pflanze meist schneller abtrocknen
- Ist eine Heizmöglichkeit vorhanden, kann nachts auf 14 bis 16 °C erwärmt werden, um die Abreife der Früchte zu beschleunigen
Krautfäule
Krautfäule befällt Tomaten vor allem in feuchten Sommern und erkennt man an braunen Flecken auf Blättern, Stängeln und Früchten. Die befallene Blätter und Früchte müssen schnell entsorgt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Rußtaupilze
Raußtaupilze siedeln sich auf Honigtau an, der von Blattläusen, weißen Fliegen oder Schildläusen ausgeschieden wird.
Diese Schlauchpilze überziehen die Pflanzen mit einem rußartigen, braun bis schwarzen Belag, beeinträchtigen die Photosynthese, dringen jedoch nicht ins Pflanzengewebe ein.
Der Belag lässt sich durch gründliches Waschen entfernen, sodass das Erntegut weiterhin nutzbar ist.
Gartentipps
22.07.2019 - Aussaht von Gemüse
30.06.2019 - Gemüseaussaht
16.06.2019 - Wurzelgemüse, Beete und Tomaten
02.03.2019 - Arbeiten im März
29.07.2018 - Tomaten schneiden
18.05.2018 - Tomaten bewässern
10.09.2017 - Tomaten aufplatzen vermeiden
06.08.2017 - Tomaten schneiden
30.07.2017 - Krautfäule an Kartoffeln und Tomaten
20.08.2016 - Tomaten schneiden
15.07.2016 - Tomaten
08.03.2012 - Tomatenpflanzen
27.10.2011 - Rußtaupilze vermeiden
25.08.2011 - Befall durch Grauschimmel